Aktuelles aus dem Gartenpark

Hier finden Sie in unregelmässiger Folge kleine Berichte, Beobachtungen, jahreszeitliche Stimmungsbilder aus unserem Gartenpark

Indigo - ein attraktiver Strauch für ihren Garten

Der Indigostrauch gehört zu den ältesten und wichtigsten Färberpflanzen der Welt. Seit bereits über 4000 Jahren findet er in der Blaufärberei Verwendung. Heimisch in vielen verschieden Arten im tropischen und subtropischen Klima Asiens, Afrikas und Mittelamerikas ist er in fast allen Erdteilen von enormer wirtschaftlicher und kultureller Bedeutung gewesen. Bekannt sind die wunderschönen blauen Gewänder der Wüstenbewohner, der Tuareg. Durch  vielfach wiederholtes Blaufärben, bekommen die Stoffe dort einen so intensiven Farbton, bis er metallisch zu schimmern beginnt, und dem Träger der Kleider den begehrten blauen Schminkton auf die Haut überträgt.
Die Kunst aus dem auf den ersten Blick nicht blau anmutenden Indigostrauch, das so begehrte Indigo zu gewinnen, ist ein aufwendiger Prozess: Den Blüten und Blättern werden in einem gelenkten Gärungsprozess, der im genau richtigen Moment durch starkes Lufteinschlagen unterbrochen werden muss, der daraus resultierende Farbstoff entzogen, abfiltriert und vorsichtig getrocknet. Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der hauptsächlich in Indien in grossen Plantagen angebaute Indigostrauch fast vollständig durch den synthetisch hergestellten Indigo vertrieben.

Im Färberpflanzengarten können Sie zwei der vielen Indigostrauch-Arten bewundern. Indigofera heterantha und I. potanii sind auch in unserem Klima leicht zu ziehen im Gegensatz zu den Indigoarten (I.tinctoria, I.suffruticosa...) die aufgrund ihrer hohen Indigogehalte in den tropischen Gebieten angebaut werden. Ihre feine Blattstruktur, die leichten über den ganzen Sommer leuchtenden Schmetterlingsblüten und die gute Schnittverträglichkeit machen diesen Strauch auch für den Hausgarten sehr empfehlenswert. Diese Indigosträucher werden ausserdem nicht mehr als 2 bis 2,5 m hoch und können sich mit ihrem luftigen, feinen Blattwerk auch sehr gut in Staudenbeete integrieren lassen.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

...„Denn er ist der Vermittler zwischen der im Kosmos fein homöopathisch verteilten Kieselsäure und demjenigen, was als Kieselsäure eigentlich gebraucht wird über die ganze Gegend hin. Er ist wirklich eine Art von Himmelsbote.“ R. Steiner, Landw. Kurs

Der Löwenzahn hat keinen Stängel, er hat nur einen Blütenstiel der hohl ist, der nur aus Haut und Milchsaft besteht. Die Blätter sind sehr verschieden, je nach Klima, Jahreszeit und Höhenlage, sie scheinen wie von aussen geformt zu sein. Das Blütenköpfchen ist ganz weich, überhaupt gibt es nichts verhärtetes an der Löwenzahnpflanze. Die Blüten schliessen und öffnen sich im Tageslauf, und der Blütenboden wölbt sich auf, wodurch sich die wunderbare Samenkugel bildet. Die ganze Pflanze ist sehr empfindsam für ihre Umgebung.  

Gelbe Finger...
Das Sammeln der Blüten für das Präparat ist eine wunderbare Arbeit. Wie eine Kuh „grast“ man eine ganz gelbe Wiese unter  blühenden Obstbäumen ab. Man gerät ins träumen und schwärmen und hat die Möglichkeit, die vielen anderen Kräuter und Insekten zu beobachten. Als biologisch-dynamisches Präparat werden Löwenzahnblüten in das Gekröse der Kuh  gefüllt und über Winter in der Erde vergraben. Im Frühling ist das Präparat dann fertig für den Gebrauch. Es hat die Aufgabe laut R. Steiner „ soviel Kieselsäure gerade aus der Atmosphäre und aus dem Kosmos heranzuziehen, als für die Pflanzen notwendig ist, damit diese Pflanzen wirklich gerade empfindsam werden gegen alles das, was in ihrer Umgebung wirkt, und selber dann anziehen das, was sie dann brauchen.“

Obstbaumschnitt


Immer wieder stehen zur Zeit Leitern an den Obstbäumen oder es liegen Asthäufen auf den Wiesen: der Obstbaumschnitt ist im Winter eine unserer wichtigsten Arbeiten.

Der Obstbaum steht in einem sehr feinen Gleichgewichtsverhältnis mit der Umgebung und seinen Wachstumsprozessen bis hin zur Tierwelt. Beim Schneiden der Obstbäume muss man darauf achten dieses Gleichgewicht beizuhalten und dem Alter und der Form des Baumes anzupassen. 

So gibt es bei der Pflanzung eines jungen Baumes einen Pflanzschnitt, der die gewählte Form geben soll. Der drei- bis sechsjährige Baum ist schon in der Baumschule durch Veredlung und Schnitt erzogen worden, bevor er dann gepflanzt wird. 

Beim Hochstamm sorgt der Erziehungsschnitt anschliessend 15 bis 25 Jahre für eine Begleitung und Weiterführung der Formgebung. Dabei ist es wichtig diese Arbeit jedes Jahr zu leisten, bis der Baum erwachsen ist und ein „ Skelett „ hat, das ihm fähig macht bis zu 500 kg Obst zun tragen. 

Beim erwachsenen Baum, ab 20 Jahre, kann dann ein zwei- oder dreijähriger Schnitt genügen. In dem Alter will man durch den Schnitt den Baum jung halten. Durch den sogenannten Verjüngungsschnitt versucht man immer wieder altwerdende Fruchtäste durch jüngeres, kräftiges Holz zu ersetzen. 40 bis 60 Jahre lang gibt uns der Baum seinen vollen Fruchtertrag.

Später veraltet und vergreist der Baum. Auch hier sollte man mit dem Schnitt helfen, abgestorbenes Holz zu entfernen und die brüchig gewordenen Äste so zu entlasten, dass sie noch einige Jahre weiter Früchte tragen können. 

 Falls auch Sie einen Obstbaum haben, den Sie gerne von uns geschnitten haben möchten, nehmen wir Ihre Anfragen gerne entgegen. Ideale Zeit für den "Winterschnitt" ist noch bis Ende März, bevor der Saftstrom wieder anschwillt.

 

Floristik mit Trockensträussen

Floristik mit Trockensträussen

„Man soll merken, dass es Winter ist und trotzdem soll es blühen.“   Das war unser Grundgedanke für die Floristik  im Winter.

Währen des Sommers sammeln und trocknen wir die verschiedensten Blüten - und Samenstände. Nicht fehlen sollten auch die linear-strahligen  Gräserpflanzen.

Gerade die oft eigenwilligen krummen Wuchsformen  bringen dabei Leben und Spannung  mit hinein, was man mit dem Sortiment aus dem Gossmarkt nicht erreichen könnte. Wir mischen dann oft die Trockenblumen mit etwas Immergrünem, wie z.b. Buchs, sodass die Sträusse doch mal sehr lebendig und „vital“ wirken.

Durch die Trockenblumen können wir die Winterzeit von Dezember bis Februar gut gestalten bis dann die vorgetriebenen Blütenzweige und die ersten Blumenzwiebeln den kommenden Frühling im Goetheanum ankünden.

 

Der Kräuteranbau bekommt ein neues Gesicht

Vor der Kräuterwerkstatt vorher...
...und nachher

Im März 2012 wurde die Kräuterwerkstatt eröffnet. Dies ist ein neues Projekt der Gärtnerei, die zum Ziel hatte gemeinsam mit vier bis fünf neu geschaffenen geschützten Arbeitsplätzen über die Tagesstätte Andrena den Kräuteranbau auszubauen und attraktiver zu gestalten. In den neuen Räumlichkeiten im ehemaligen Kristallisationslabor werden hier zur Zeit bereits die über den Sommer gesammelten Kräuter, Blüten und Wildfrüchte zu herrlich duftenden Teemischungen, Konfitüren, Dörrobst, Sirup oder Kräutersalz verarbeitet.

Um der neuen Initiative ein Gesicht zu geben, wurde das Beet vor der Kräuterwerkstatt als individuelle Facharbeit unseres Lehrlings von der Gartenbauschule Hünibach komplett neu gestaltet und mit vielen Kräutern für die weitere Verarbeitung bepflanzt. Die Düfte von Rosmarin, Muskatellersalbei, Goldmelisse oder Thymian werden hier einem ab nächstem Jahr entgegenwehen, wo vormals ein seit etlichen Jahren nicht mehr gepflegtes Beet voller Brennesseln, Gräsern und anderer Wurzelunkräuter zu sehen war (siehe Bilder).

Haben Sie Lust auf die feinen Produkte der Kräuterwerkstatt bekommen? Besuchen Sie unseren Marktstand jeweils Dienstag und Freitag von 9 - 12 Uhr unter dem gelben Sonnenschirm in der Gärtnerei.